Bad Münder wird „Länger besser leben“-Stadt

Kostenloser Einstieg: Einwohner und Betriebe sollen von Deutschlands bestem Gesundheitsangebot profitieren

BAD MÜNDER. Jeder Kurort braucht die möglichst besten Angebote zur Gesundheitsvorsorge. Deshalb ist Bad Münder jetzt ganz offiziell dem exklusiven Club der „Länger besser leben“-Städte beigetreten. „Gut, wenn man die entsprechenden Kontakte hat“, freut sich Initiator Andreas Kehne. Als Werksleiter hatte er die Idee, alle Einwohner am Gesundheitsmanagement der Ardagh-Glasfabrik teilhaben zu lassen. Dafür holte er die Krankenkasse BKK24 ins Boot, mit der sein Unternehmen, die GeTour und die Neue Deister-Zeitung am Freitag einen Aktionsvertrag unterzeichnet haben.

„Für Bad Münder, für das Gesundheitsmanagement in unseren Firmen und für die Gäste der Stadt ist das eine großartige Chance, vom erfolgreichsten Vorsorgeangebot in der Bundesrepublik zu profitieren“, urteilt Thomas Heiming, Geschäftsführer der Gesundheitsdienste Präventions- und Reha GmbH. Er hatte die Startvorbereitungen für „Länger besser leben“ entscheidend vorangetrieben.

Vor dem Kooperationsvertrag am Deister standen mehr als 20 Jahre Forschung in 17 europäischen Ländern. Führende Wissenschaftler wollten mit einer halben Millionen Testpersonen herausfinden, warum manche Menschen seltener krank und deutlich älter werden. Die Antwort kam schließlich von den Statistikern der Cambridge Universität. Dort ging es nicht um einen weiteren Beweis, wie gesund Obst ist und welchen Schaden Nikotin anrichtet. Vielmehr galt die Aufmerksamkeit den medizinischen Lebensläufen weiterer 20.000 Teilnehmer. Deren Auswertung wurde zur Sensation: Ausgewogene Ernährung ist für sich genommen gesund, ebenso wie ausreichend Bewegung, Nikotinverzicht oder intelligenter Umgang mit Alkohol. Kombiniert man aber alle vier Faktoren, so die Nachricht aus Cambridge, steige die durchschnittliche Lebenserwartung bei halb so hohen Krankheitsrisiken um sagenhafte 14 Jahre!

Einfache Regeln für ein langes Leben
Aus den seitenlangen Forschungsergebnissen hat die BKK24 das Konzept für „Länger besser leben“ entwickelt. Unabhängig von der Mitgliedschaft bei einer bestimmten Krankenkasse wird zunächst das aktuelle Gesundheitsverhalten abgefragt und kostenlos ausgewertet. „Wir wollen nicht aus Versehen einem Fahrradkurier das Fahrradfahren als Freizeitausgleich empfehlen“, begründet BKK24 Vorstand Friedrich Schütte die individuelle und damit recht aufwändige Expertenanalyse. Deshalb kommen mit dem Ergebnis individuelle Anregungen, welche oft nur kleinen Korrekturen für das Einhalten der Cambridge-Regeln nötig sind. „Trotzdem standen wir damit vor einer von uns allein nicht lösbaren Aufgabe“, erinnert sich Andreas Kehne. „Für den einen Mitarbeiter wäre Rückenschule sinnvoll, während seiner gestressten ein Entspannungskurs helfen würde.“ Jedes Unternehmen sei damit überfordert, wenn es alle individuell notwendigen Vorsorgemaßnahmen anbieten wolle.

Partner-Netzwerk für die Deisterregion
Die Lösung bei „Länger besser leben“ ist der Aufbau eines Gesundheitsnetzwerkes, das nun auch in Bad Münder entstehen soll. Partner werden Vereine und Firmen mit gesundheitsrelevanten Angeboten sein. Passende Termine, von der Gymnastik über Nordic Walking oder Judo bis zum Nichtraucherkurs oder dem Fitness-Menü im Restaurant, werden zum Beispiel unter der Adresse www.LBL-Stadt.de im Internet veröffentlicht. Was das bringt, zeigen die Ergebnisse aus der Pilotphase im nahen Obernkirchen: „Mehr Zulauf bei jeder Veranstaltung und sehr viele neue Vereinsmitglieder“, so Schütte. Dass statt Zwang und Verzicht jede Menge Spaß und viel mehr Abwechslung geboten werden, zeigt Wirkung: Schon jetzt gibt es weit über 4.000 Teilnehmer - die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat die Schirmherrschaft übernommen, im Beirat sitzen Spitzenvertreter aus Wissenschaft und Forschung und in die Partnerlisten haben sich renommierte Organisationen eingetragen, darunter die Deutsche Herzstiftung und der Hausärzteverband.

Mit Unterstützung der Neuen Deister-Zeitung will Thomas Heiming „Länger besser leben“ nun möglichst schnell bekannt machen und den Aufbau des Partner-Netzwerks vorantreiben. NDZ-Verleger Burkhard Schaper zur Motivation: „Länger besser leben wird am Pilotort von den Marktforschern eine Akzeptanz von 84 Prozent bescheinigt, mit nachhaltigen Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten bei 70 Prozent aller Teilnehmer. Wenn wir in Bad Münder ähnlich erfolgreich sind, bringt das der Stadt entscheidende Vorteile.“

Obwohl die konkreten Planungen der Vertragspartner erst jetzt begonnen haben, können sich die Einwohner aus der Deisterregion und dem Landkreis Hameln-Pyrmont schon jetzt zur Teilnahme anmelden. Erster Schritt dazu ist der Fragebogen zum individuellen Gesundheitsverhalten, der unter www.LBL-Stadt.de am Bildschirm ausgefüllt, heruntergeladen oder im Hamelner ServiceCenter der BKK24 angefordert werden kann: Telefon 05151-6060690.

Fragebogen
Vorarbeiten erledigt: Die "Länger besser leben"-Iniatoren beim letztenTreffen vor dem Start in Bad Münder
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