Prof. Riemann: "Vorsorge muss cool sein."

Darmkrebs-Experte will am 17. Oktober im "Länger besser leben"-Forum für Gesundheitsthemen begeistern

STADTHAGEN. "Gesundheit muss cool sein", verlangt Prof. Dr. med. Jürgen F. Riemann. Damit hat er vor allem die heute noch jungen Leute im Auge, auf die er schon in naher Zukunft schreckliche Risiken zukommen sieht. Unter praktisch allen großen Volkskrankheiten ist das zum Beispiel der Darmkrebs, der seiner Überzeugung nach nicht sein muss. Dies ist auch der Titel seines Vortrags im "Länger besser leben"-Forum, zu dem BKK24 und Volkshochschule Schaumburg für den 17. Oktober einladen.

Für seinen lebenslangen Einsatz gegen den Krebs erhielt der Mediziner bereits mehrere europäische Auszeichnungen. Natürlich kümmert er sich um das Erkennen und Bekämpfen der Krankheit. Vor allem aber geht es ihm darum, sie zu verhindern. Ausgewogene Ernährung, angemessene Bewegung, der Verzicht auf Nikotin und verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol sind für ihn die vier wichtigsten Säulen, auf denen sich die so genannte Primärprävention aufbauen lasse. Doch statt mit dem erhobenen Zeigefinger gesundheitsbewusstes Verhalten einzufordern, müsse der Spaß daran im Vordergrund stehen. Das "Länger besser leben"-Programm der BKK24 sei in dieser Hinsicht ein "Volltreffer, bei dem ich mich freue, mit eingebunden zu sein."

Etwa die Hälfte der Deutschen bringt zu viele Kilos auf die Waage, 25 Prozent gelten mit einem Body Mass Index jenseits der 30 als krankhaft übergewichtig. Sie werden es sehr schnell mit Diabetes zu tun bekommen, mit Herz-Kreislaufproblemen, mit Arthrose und eben auch mit Darmkrebs. Dabei könnte vier von zehn heute noch jüngeren Menschen diese Erkrankung verhindern, wenn sie die Regeln des "Länger besser leben"-Programms lernen– und zwar so früh wie irgend möglich. Gelingt es, der Bevölkerung den Spaß an der Gesundheit zurück zu bringen, wären die Langzeitprognosen weniger erschreckend. Das gilt nicht nur für die Ausbreitung der großen Volkskrankheiten, sondern auch für die damit verbundenen finanziellen Belastungen der Sozialversicherungsträger.

Ebenso leidenschaftlich engagiert sich Prof. Riemann dafür, die Hemmschwellen bei der Sekundärprävention abzubauen. Weil einer immer noch großen Mehrheit der Bevölkerung das Thema unangenehm ist, gehen nur 20 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer zur Darmkrebsvorsorge. Rechtzeitig erkannt, ist die Krankheit mit großer Sicherheit heilbar. Wird sie dagegen nicht entdeckt, was schon durch einen einfachen Stuhltest möglich wäre, führt sie innerhalb von zwölf Monaten zum Tod.

Was also erwartet die Gäste im "Länger besser leben"-Forum? Mit Sicherheit ein spannender Referent, der nicht nur die medizinischen Aspekte kennt, sondern auch die menschlichen. Der informieren, aufrütteln und genau den Spaß an einem gesundheitsbewussten Leben vermitteln kann, den er selbst einfordert. Der will, dass die Menschen sich für eigenes Wohlbefinden und ein längeres besseres Leben vom Sofa bewegen und nicht, weil es Medizin, Politik und Krankenkassen von ihnen verlangen. Und der in der Lage ist, diese Botschaft an Meinungsbildner ebenso wie an Teenager weiter zu geben.

Wer Prof. Riemann nicht verpassen möchte, sollte sich den 17. Oktober 2012 ab 19.00 Uhr im Kalender notieren. Eintrittskarten zum Preis von 6.00 Euro gibt es bei der der VHS Schaumburg. Mit dem Gutschein der BKK24, der im Internet unter der Adresse www.LBL-Stadt.de angefordert werden kann, ist der Eintritt gratis.

Fragebogen
Prof. Dr. Jürgen Riemann
Portraitfoto Prof. Dr. Jürgen Riemann